Archiv für März, 2009

Naturerlebniszentrum in Travemünde (Priwall) geplant

Lachszucht, Vogelwarte und Öko-Schwimmbad – die Pläne für das Naturerlebniszentrum auf der Halbinsel Priwall in Travemünde sind groß und vielfältig. Der Kurbetriebsausschuss hat diese jüngst vorgestellt. Derzeit wird an dem Standort eine Ostsee-Stationbetrieben. Die Besucherzahlen sind sehr gut und nun möchte man erweitern.

Naturerlebniszentrum Priwall ist der Arbeitstitel. Mehrere Partner sind bereits mit im Boot: der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer bekundet Interesse: man will einen Aussichtsturm zur Vogelbeobachtung installieren und außerdem möchte der Verein eine Vogelwarte betreiben. Der Waterfront-Investor Sven Hollesen, der auf dem Priwall eine große Ferienhausanlage baut, könnte sich vorstellen, ein Öko-Schwimmbad mit anzubauen.

Mögliches Vorbild für den Priwall: das Müritzeum in Waren Müritz

Mögliches Vorbild für den Priwall: das Müritzeum in Waren Müritz

Ziel ist kein reines Aquarium mit Schaucharakter. Vielmehr steht das Mitmachen und Anfassen im Vordergrund. Außerdem hofft man in Travemünde, den ökologisch motivierten Touristen ein weiteres Argument für den Standort Travemünde/Priwall geben zu können. Standort soll nahe des Segelschiffs Passat werden, das im Hafen von Travemünde vor Anker liegt und bereits ein bedeutendes touristisches Magnet des Ortes ist.

Verknüpft werden soll das Naturerlebniszentrum mit einer Aufzuchtstation für Forellen und Lachse, die an der Trave wieder angesiedelt werden könnten. In früheren Zeiten war der Lachs einer der bedeutendsten Arten der Fischer von Travemünde. Technisch ist die Verbindung des Ausstellungsbereichs mit dem Schwimmbad interessant. Beide Anlagen würden bezüglich Wärme- und Kältetechnik hervorragend zusammenpassen und sich gegenseitig ergänzen, was letztlich die Betriebskosten senkt. Die sind in den derzeitigen Überlegungen auch nicht unerheblich. Man hofft in Travemünde, die Betriebskosten erwirtschaften zu können und die Finanzierung über Fördermittel darstellen zu können.

Travemünde würde mit dem Naturerlebniszentrum auf dem Priwall eine weitere Attraktion und vor allem saisonverlängernde Maßnahme erhalten. Vorbild für die Pläne ist unter anderem das NaturerlebniszentrumMüritzeum in Waren Müritz, das die Mecklenburgische Seenplatte repräsentiert.

Jahresempfang Landkreis Müritz in der Scheune Bollewick

Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte

Natürlich! Mecklenburgische Seenplatte

Die Veranstaltungsorte jedes Jahr zu wechseln, hat sich Landrätin Bettina Paetsch auf die Fahnen geschrieben. Nach dem Veranstaltungszentrum in Lärz im Jahr 2007 und dem Müritzeum im vergangenen Jahr, war die Scheune Bollewick für das aktuelle Jahr Austragungsort. In der Ansprache der Landrätin ging es viel ums Geld, Kreishaushalt und die Erfolge, die seit dem letzten Jahresempfang erzielt werden konnten. Da sich der Kreis an der Müritz allerdings nicht der gesamtwirtschaftlichen Krise entziehen kann, sind die Aussichten etwas getrübt. Der wichtigste Satz war sicherlich: “Wir sind und bleiben Morizaner”. Dennoch wurde Mut gemacht. Vor allem von Bollwicks Bürgermeister Bertold Meyer. Er sprach in seiner kurzen und prägnanten Rede das an, was vermutlich die meisten der zahlreichen Gäste des Empfangs dachten: die geplante Kreisgebietsreform soll kommen, wenn sie kommen muß. Ziel soll es sein, daß die Bürger einen Nutzen davon haben. Diesen Nutzen scheinen die Politiker des Landes und der jeweiligen Gemeinden und Kreise etwas aus den Augen verloren zu haben.

Feierlich wurde es, als Pastor Leif Rother mit der Heinrich-Schliemann-Medaille ausgezeichnet wurde, der höchsten Auszeichnung im Landkreis. Der junge Pastor zeigte sich bewegt von der Laudatio, die Kreistagspräsident Gerhard Kresin hielt. Die Fülle an Aktivitäten, die von Leif Rother ausgehen, ist beeindruckend. Insofern ist er ein garantiert sehr würdiger Preisträger.

Musikalisch war der Sonnabendvormittag in Bollewick durchaus unterhaltsam. Moritz Brandenburger und Claudia Kaul begeisterten mit Trompete und Klavier und das Warener Blasorchester lief mit “Petite Suite Europenne” und “Puttin On The Ritz” zur Höchstform auf.

Die Grußworte der Gäste blieben in Erinnerung und zeigen, daß Jammern im Landkreis Müritz überhaupt nicht angebracht ist: Wirtschaftsminister Seidel versprach, alles zu tun, was in seiner Macht steht, damit die Kreisgebietsreform vernünftig verläuft. Sämtliche Wunschträume wird er vermutlich nicht erfüllen können. Dr. Gericke vom Partnerkreis Warendorf zeigte sich beeindruckt vom Erlebnismuseum Müritzeum und Landrat Christan Gilde vom Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin hält den Müritzkreis immer als Vorbild hoch.

Landesamt für Denkmalpflege läßt Einbäume verrotten

Blick vom Ozeaneum auf den Hafen von Stralsund

Blick vom Ozeaneum auf den Hafen von Stralsund

Das Landesamt für Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern läßt einmalige Fundstücke verrotten. Die vor einigen Jahren in Stralsund gefundenen Einbäume galten als Sensationsfund innerhalb anerkannter Archäologenkreise. Die Funde sind etwa sechs- und siebentausend Jahre alt und stammen aus der Steinzeit. Da der Wert der Einbäume als sehr hoch eingeschätzt wurde, sollten fachgerechte Konservierungsmaßnahmen im Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin folgen. Durch Gefriertrocknung und dem Zufügen von Kunstharz können solche alten Holzgegenstände dauerhaft haltbare Sammlungsstücke gemacht werden.

Leider war nur der Plan durchdacht. Das Landesamt lagerte die Einbäume trocken. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam genau das, was kommen mußte: die einstigen Sensationsfunde sind maximal noch als Holzmüll zu bezeichen. Aufgedeckt hat den unrühmlichen Fall ein vorbildliches Ansinnen: die Stadtvertreter von Stralsund wollten “ihre” Einbäume öffentlich zur Schau stellen und sie zu Besuchermagneten für die Hansestadt machen. Daß daraus nun nichts mehr wird, erregt viele Gemüter. Schließlich hat Stralsund seinen wertvollen Ruf als Weltkulturerbestadt nochmals aufwerten wollen. Zum einhunderfünfzigjährigen Jubiläum des Naturhistorischen Museums der Stadt sollten die Einbäume der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.