Auszeichnung für Mehrwert ohne Mehrkosten

Sieger des Deutschen Tourismuspreises 2009 steigern Attraktion des Reiselandes Deutschland

Bergwelt Oberstaufen

Bergwelt Oberstaufen

Die Entscheidung ist gefallen. Die Sieger strahlen. Am heutigen Abend hat der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) den Innovationspreis der deutschen Tourismusbranche verliehen. Den ersten Preis gewann die Oberstaufen Tourismus Marketing, über den 2. und 3. Preis freuten sich die Spreewelten GmbH sowie die Werbegemeinschaft der Ostfriesischen Inseln.

„Unserem Aufruf, über den Tellerrand hinaus zu schauen, um Innovationen den Weg zu ebnen, sind die Preisträger bereitwillig gefolgt“, begründete DTV-Präsident Reinhard Meyer das Urteil der Jury. „Die drei Gewinner überzeugen mit ihrer langfristigen Projektgestaltung und bestechen durch emotionale Marketingansprache, Zielgruppengenauigkeit und effektive Kooperationen.“ Der Preis erbringt den Gewinnern nicht nur die branchenweite Anerkennung der eigenen, zukunftsweisenden Arbeit, sondern ermöglicht auch eine bessere Vermarktung des Produkts. 93 Bewerbungen für den Deutschen Tourismuspreis 2009 wurden von Unternehmen, Vereinen, Verbänden und Kommunen eingereicht. Von diesen nominierte die Jury sieben Bewerbungen für die engere Auswahl.

Sieger des 1. Preises: Oberstaufen PLUS und Oberstaufen PLUS GOLF

Mit der Initiative „Oberstaufen PLUS“ erfüllt sich der Traum vom Urlaub ohne Nebenkosten. In Oberstaufen und der Nachbargemeinde Bad Hindelang erhält der Urlauber bei seiner Anreise eine kostenlose Gästekarte. Diese ermöglicht es, ohne Kosten für einen Skipass Ski zu fahren, ohne Ausgaben für die Bergbahn zu wandern, ohne eine Green Fee zu golfen oder ohne hohe Eintrittsgelder zu schwimmen und Wellness-Angebote wahrzunehmen.

Das Prinzip ist einfach: Die örtlichen Gastgeber zahlen pro Übernachtung zwischen 2,50 Euro (Oberstaufen PLUS) und 5 Euro (Oberstaufen PLUS GOLF) als Umlage an die Oberstaufen Tourismus Marketing. 85 Prozent des Betrages werden dann nach einem Verteilungsschlüssel an die derzeit 14 Leistungspartner, beispielsweise den Liftverbund, verschiedene Golfclubs und an das Badeparadies ausgeschüttet. Diese verzichten im Gegenzug auf ihre Eintritte. Der Rest des Geldes verbleibt für Marketing, Technik und Betrieb des Systems bei der Oberstaufen Tourismus Marketing. So steigen seit Einführung der Karte die Gästezahlen. Auf der anderen Seite wachsen für die 14 Leistungsträger Auslastung und Wirtschaftlichkeit. Das Angebot der Gästekarte wurde in den ersten zwölf Monaten in über 256.000 Fällen genutzt und trotz geringerer direkter Erlöse konnten die Betriebe durch verschiedene Zusatzerlöse zum Teil hohe Gewinne verzeichnen.

Die Aufwertung einer elektronischen Gästekarte zu dieser Art von Mehrwert-Karte war für die zehnköpfige Jury aus Tourismusbranche, Wissenschaft und Medien den 1. Preis wert.

Sieger des 2. Preises: Spreewelten GmbH

Der deutsche Bädermarkt ist hart umkämpft. Wer sich hier behaupten will, kann auf verrückte Rutschen oder extravagantere Wellnessbereiche setzen. Oder bietet wie die Spreewelten GmbH ein in Europa einzigartiges Angebot: Während die Besucher im warmen Süßwasser baden, tauchen die Wasservögel im Außenbereich in zwei insgesamt 80 Quadratmeter großen Salzwasser-Becken. Die Pinguinanlage mit Felslandschaft und Bruthöhlen geht dabei weit über die Standards Deutscher Zoos hinaus. Daneben bietet das Bad den üblichen Komfort und die Ausstattung eines Freizeitbades.

Doch geht es hier nicht nur um Freizeit. Einerseits wird das Nachtleben der Pinguine erforscht, andererseits können Schülerinnen und Schüler Biologie und Physik abseits des Klassenraumes in Natura erleben. Dafür stellen die Verantwortlichen auch auf die jeweiligen Lehrpläne und Wissensstände angepasste Unterrichtseinheiten zur Verfügung. Zur Wissensvermittlung aller Badegäste finden zudem tägliche Schaufütterungen statt.

Die Jury wertete die Pinguinanlage als außergewöhnliche Steigerung der Attraktion und lobte den Beitrag zur Wissensvermittlung über die vom Aussterben bedrohte Tierart.

Sieger des 3. Preises: Werbegemeinschaft der Ostfriesischen Inseln

Die Ostfriesischen Inseln haben im vergangenen Jahr diplomatische Bande zum Festland geknüpft und in allen 16 Bundesländern sowie in der Schweiz und in Österreich Botschafter eingesetzt. Den begehrten Titel „Botschafter der Ostfriesischen Inseln“ führen fortan 18 erfahrene Inselurlauber, die sich durch eine spezielle Verbundenheit zur Urlaubsregion auszeichnen. Als offizielle Gesandte vertreten sie auf dem Festland die Markenzeichen der Inseln.

Hinter den Botschaftern steht die Werbegemeinschaft der Ostfriesischen Inseln. Sie führt mit ihnen ihr erprobtes virales Marketing, für das 2008 bereits die „Stammgastmesse“ prämiert wurde, konsequent fort. Das Besondere in diesem Jahr ist die Verknüpfung von klassischem Empfehlungsmarketing mit den Möglichkeiten des Web 2.0. Die Botschafter-Kampagne richtet sich dabei an zwei Zielgruppen: an Stammgäste und Fans ebenso wie an Insel-Interessierte, denen von der Berufung zum Botschafter erzählt wird. So lassen sich neue Gästegruppen gewinnen, die schon vorab mit hohen Sympathiewerten aufgeladen sind.

Die Jury begeisterte diese feine wie geniale Idee des Consumer Generated Advertising.

„Mich hat die Vielzahl der ausgesprochen guten Bewerbungen in diesem Jahr sehr beeindruckt“, sagte Meyer weiter. „Die deutsche Tourismusbranche weiß, dass sie sich jeden Tag weiterentwickeln muss, um Erfolg haben zu können – in kreativer wie in qualitativer Hinsicht.“

Die Preisverleihung fand im Rahmen des Deutschen Tourismustages 2009 im Trocadero Chapiteau des Zirkus Sarrasani in Dresden statt. Die Abendveranstaltung war der festliche Höhepunkt des Deutschen Tourismustages, den am 5. November 2009 rund 350 Experten aus Tourismus und Politik besuchten.

Quelle: Pressemeldung Deutscher Tourismusverband – www.deutschertourismusverband.de

Foto: frijolito75@Flickr

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