Archiv für Sehenswürdigkeit

Jugendreisemarkt in Deutschland hat neues Flaggschiff

Bilanz nach 100 Tagen Jugendherberge Prora auf der Insel Rügen

Jugendreise

DJH Jugendherberge Prora auf der Insel Rügen

Am 4. Juli 2011 wurde sie feierlich eröffnet – die längste Jugendherberge der Welt. Nach rund eineinhalb Jahren Umbauzeit machte die Jugendherberge Prora mit einem feierlichen Festakt zusammen mit vielen Gästen, umrahmt vom bunten Treiben des Inselkünstler-Festivals, die Türen auf. Wie der DJH-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der Jugendherbergen berichtet, ging es fulminant los: ein sechs Wochen komplett ausgebuchtem Haus war die Bewährungsprobe für das neue Team. Dennis Brosseit (37), seines Zeichens seit 100 Tagen Herbergsleiter, zieht seine Bilanz im Gespräch mit Kathrin Röder:

„Die letzten 100 Tage mit einem Wort beschrieben? Aufregend. Als Mischung aus fantastisch und anstrengend. Meine knapp 30 Leute haben sich in den Sommermonaten um 400 Haus- und bis zu 1.000 Zeltplatz-Gäste pro Tag gekümmert. Wahnsinn! 23.700 Übernachtungen hat mein Team allein in den ersten drei Monaten in der Jugendherberge abgewickelt, auf dem Zeltplatz nochmal rekordartige 31.400 – im Vorjahr waren es noch 18.000. Das hat volles Engagement  und Hingabe von allen Beteiligten gefordert, aber ich habe  das beste Team  der Welt  hinter mir, mit dem das erst möglich wurde.“

Hat der gebürtige Rheinländer damit im Vorfeld gerechnet?
„Klar haben wir alles daran gesetzt, die Jugendherberge so gut wie möglich an den Start zu kriegen. Aber was wir an Resonanz zur Eröffnung hatten, hat die Überwartungen absolut übertroffen. Allein die ganze Berichterstattung: ich hatte inzwischen sogar etliche ausländische Fernsehsender hier, BBC, France 24 und sogar arabische Sender interessieren sich für Prora. Das hat mich echt überrascht.“

Gibt es eine Erklärung für diesen Erfolg?
„Ich habe mir ein Motto gesetzt, das gleichzeitig die Richtline für mein Handeln ist: Aus grau mach bunt! Und das bekommen die Gäste hier auch mit. In den Herbstferien und über Silvester wird Familien auf der Insel Rügen ein buntes Komplettprogramm geboten, Schulklassen erleben in Prora Geschichte hautnah und die Köpfe von Tagungsgästen kommen in einem unserer neun modern ausgestatteten Seminarräume ins Rauchen. Kurzum: hier ist für alle was dabei und abends treffen sich alle im Speisesaal oder im Bistro. Das ist „Gemeinschaft erleben“ live. Und natürlich spielt die Neugier auf dieses neue Haus eine große Rolle, und Neugier ist noch immer der größte Antrieb.“

Und wie fühlt sich das an, der Leiter der längsten Jugendherberge der Welt zu sein?
„Der Schritt zum DJH nach Rügen war für mich ein großer – den ich bis heute keinen einzigen Tag bereut habe! Wer würde auch sonst besser zum Motto „Prora statt Playa“ passen, das die Tourismuszentrale Rügen im letzten Jahr noch proklamierte. Schließlich habe ich für die „Mission Jugendherberge“ mein eigenes Hotel auf Mallorca hinter mir gelassen, dass ich in den letzten Jahren geführt und zuvor von Null aufgebaut habe. Die Größenordnung ist mit Prora natürlich nicht zu vergleichen und dennoch habe ich gewissen Parallelen erkannt. Mich reizt einfach die Herausforderung, aus einem scheinbar tristen Gebäude den schlummernden bunten Kern herauszuarbeiten und dem Objekt mit Visionen Farbe zu verleihen. Das ist auch die größte Freude, zu sehen, wie hier buntes Leben entsteht. Außerdem geht doch nichts über eine Runde auf-der-Gitarre-Klampfen am Lagerfeuer mit 200 Schülern. Das ist echt ein toller Job hier.“

Und wie geht’s weiter? Kehrt so langsam der Alltag ein?
„Auf keinen Fall! Wir sind bunt und wir bleiben es auch! Für 2012 ist jede Menge geplant: das Inselkünstler-Festival mit über 40 Straßenkünstler-Acts aus aller Welt geht rund um das lange Himmelfahrtswochenende im Mai in die zweite Runde.

Festival

Straßenkünstler Act

Außerdem ist eine Konzertreihe für Nachwuchsmusiker geplant. Prora soll nicht nur Übernachtungs- und Begegnungs-, sondern auch Veranstaltungsort werden. Musikalisch und sportlich: die Deutsche Beach Soccer Meisterschaft wird 2012 am Strand vor der Jugendherberge ausgetragen. Alles tolle Projekte mit tollen Partnern, das freut mich besonders. Wie viele Menschen auf uns zukommen und sagen „Hey, was ihr macht finde ich super und ich will ein Teil davon sein“, das ist echt beeindruckend. Allein würden wir das auch gar nicht schaffen. Aber weil so viele an Prora als Ort und die Jugendherberge als Chance glauben, kann man so vieles auf die Beine stellen, was man sich im Vorfeld überhaupt nicht träumen lassen wollte.“

A propos Träumen – sind die schlaflosen Nächte der Eröffnungsphase überstanden?
„Oh ja, kurz vor der Eröffnung war es mit dem erholenden Nachtschlaf nicht weit her. An was man nicht alles denken musste… Natürlich gibt es immer noch verzwickte Angelegenheiten, die einen auch zu Hause gedanklich beschäftigen. Aber Herbergsleiter ist man eben auch nicht nur acht Stunden am Tag und schon gar nicht nur in der Jugendherberge. Aber natürlich haben sich Prozesse eingespielt, Abläufe in meinem Team gefestigt und bestimmte Standards bewährt, die mich auch mal Durchatmen lassen. Außerdem habe ich tolle Menschen um mich, auf die ich mich verlassen kann, die alle mit ihrer Aufgabe gewachsen sind und sich damit 100prozentig identifizieren. Ohne diese einzigartige Teamleistung und die Gäste, die mir sagen, wir toll sie es bei uns finden, auch wenn in der ersten Zeit nach der Eröffnung mal hier und da noch ein Handwerker zu sehen war, wäre das alles hier gar nicht entstanden. Die Frage eines Gastes, ob es bei uns in der Jugendherberge auch einen Roomservice gibt, ist doch das beste Lob, das man bekommen kann. Und bisher haben wir für alles auch noch so Unvorhergesehene eine Lösung gefunden und solange ich glückliche Gäste habe und ein lachendes Team, hat sich das alles doch gelohnt….“

Die Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sind mehr als 100 Jahre alt und damals wie heute Spezialisten für junge und jung gebliebene Gäste. Mit 28 Jugendherbergen, ca. 450.000 Übernachtungen im Jahr und ca. 200 Beschäftigten ist der DJH-Landesverband der größte Jugendtourismusanbieter in Mecklenburg-Vorpommern. Die Jugendherbergen sind Teil einer weltumspannenden Idee, die mit über 4.000 Häusern in mehr als 80 Ländern für Begegnung, Austausch, Toleranz und Verständigung steht. Fotos: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz

Biosphaerium Elbtalaue – neues Infozentrum im Schloss Bleckede

biosphaerium elbtalaue schloss bleckede

Die deutschen Schutzgebiete (Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate) können bald ein neues Mitglied bei den zugehörigen Informationszentren der Schutzgebiete begrüßen. Im Biosphärenreservat Elbtalaue wird aus dem Elbschloß Bleckede das Infozentrum Biosphaerium Elbtalaue. Die Baukosten für die Erweiterung betragen knapp 1,5 Millionen EURO. Eröffnung ist im Frühjahr 2011.

Fisch & Biber

Die behindertengerechte Ausstellung zeigt die Faszination der Modellregion Elbtalaue mit ihren Schönheiten und Besonderheiten, insbesondere der Tier- und Pflanzenwelt. Die Unterwasserlandschaft der Elbe wird mit vielen verschiedenen Aquarien präsentiert. Zu bestaunen gibt es die unglaubliche Artenvielfalt in Europas artenreichstem Strom. Weiteres Highlight ist die Biberburg. Besucher auf Schloß Bleckede können einer Biberfamilie beim ganz normalen Biber-Alltag zuschauen. Meister Bockert, wie der Biber in der Fabel genannt wird, hat dafür ein wunderschönes und vor allem artgerechtes Zuhause im Infozentrum erhalten.

Neben den beiden tierischen Erlebnissen vermittelt das Biosphaerium Elbtalaue die Eigenarten der Auenlandschaft und deren Hintergründe und Bedeutung. Der Besucher kann unter anderem entdecken, warum die Störche so gern in diese Region kommen. Nicht verpassen sollte man den Anstieg auf den Aussichtsturm: Elbe, Deichvorland, Elbtalaue sowie Schloß und Stadt Bleckede sind von dort oben sehr schön zu beobachten.

Was die Region zu bieten hat

Das Informationszentrum des Biosphärenreservats Elbtalaue erfüllt noch eine weitere Funktion: als Touristeninformation der Region können Urlauber alles über Ausflugsziele der Region, Übernachtungsmöglichkeiten und kulturelle Veranstaltungs erfahren.

Kontakt und Information

Die Stadt Bleckede, das Land Niedersachsen, der Hamburg-Niedersachsen-Fonds,  die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Allianz-Umweltstiftung und die Niedersächsische Lottostiftung haben das Projekt gemeinsam ermöglicht und finanziert.

Das Biosphärenreservat Elbtalaue gehört zu den Nationalen Naturlandschaften in Deutschland. Eine artenreiche Flora und Fauna machen den Reiz und die Bedeutung der Region aus. Sie ist gleichzeitig Modellregion für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der UNESCO-Biosphärenreservate, die es auf der ganzen Welt gibt.

Biosphaerium Elbtalaue
Schloßstraße 10
21354 Bleckede
Telefon: 0 58 52 / 95 14 14
Fax: 0 58 52 / 95 14-99
E-Mail: info@biosphaerium.de
Internet: www.biosphaerium.de

Uralte Gemäuer und prächtige Bauten beliebt

Beliebteste deutsche Sehenswürdigkeiten des Jahres 2010

Kölner Dom

Hoch hinaus bis auf Platz 1: der Kölner Dom

Wie der Deutsche Tourismusverband mitteilt, bleibt der Kölner Dom die Nummer Eins der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland; eine Online-Umfrage bei über 1000 Internetnutzern (Umfrage des DTV und meinestadt.de) habe dies ergeben. Das prächtige Kirchengebäude in Köln kann damit schon zum dritten Mal in Folge den titel verteidigen.

Auffällig ist die Differenziertheit, was als Sehenswürdigkeit angesehen wird. Kirchen, Tore, Schlösser & Burgen, Prachtbauten, technische Anlagen, Türme und Denkäler sind auf den Plätzen eins  bis  fünfzehn vertreten. Das Innenleben der Sehenswürdigkeiten scheint nicht sonderlich wichtig zu sein. An fast alle Attraktionen erinnern sich die Befragten, auch ohne tatsächlichen Besuch derselben. Eine Erkenntnis für den Tourismusstandort Deutschland: die Highlights sind über das ganze Land verteilt.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das Kölner Wahrzeichen in der Gunst der Deutschen sogar noch gestiegen: Im Jahr 2009 schaffte es der Kölner Dom mit 8 Prozent der Stimmen auf Platz 1, in diesem Jahr gelangte das Wahrzeichen mit 15 Prozent wieder an die Spitze. Von Platz 3 auf Platz 2 verbesserte sich die Dresdner Frauenkirche mit 7,1 Prozent, das Brandenburger Tor sank mit 6,6 Prozent um einen Rang auf Platz 3. Auf Platz 4 und 5 im Ranking folgen Schloss Neuschwanstein und der Dresdner Zwinger.

Erstmals in die Top 15 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten haben es diesmal drei geschichtsträchtige Attraktionen geschafft: Die Zeche Zollverein (Essen) kommt im Jahr der Kulturhauptstadt 2010 auf Platz 12, die Residenz Würzburg und das Schweriner Schloss teilen sich Platz 14. Nach vier Jahren landeten die Wuppertaler Schwebebahn (Platz 7) und der Berliner Reichstag (Platz 9) erneut in den Top 15. Herausgefallen aus dem Top-Ranking sind hingegen das Hermannsdenkmal, das Deutsche Eck bei Koblenz und der Hamburger Michel.

Sehenswürdigkeiten stehen bei den Deutschen allgemein hoch im Kurs: 82 Prozent der Umfrageteilnehmer bekundeten großes Interesse an touristischen und kulturellen Attraktionen. Dabei assoziieren sie vor allem historische Denkmäler (41 Prozent), imposante Schlösser (14 Prozent) sowie Burgen und Kirchen (13 Prozent). 90 Prozent der Befragten haben ihre Lieblingsattraktion bereits einmal besucht.

Die Top 15 der beliebtesten deutschen Sehenswürdigkeiten 2010:

1. Kölner Dom
2. Frauenkirche (Dresden)
3. Brandenburger Tor (Berlin)
4. Schloss Neuschwanstein (Schwangau)
5. Dresdner Zwinger
6. Hamburger Hafen
7. Schwebebahn (Wuppertal)
8. Berliner Fernsehturm/ Völkerschlachtdenkmal (Leipzig)
9. Reichstag (Berlin)
10. Heidelberger Schloss
11. Porta Nigra (Trier)
12. Wartburg (Eisenach)/ Zeche Zollverein (Essen)
13. Ulmer Münster
14. Holstentor (Lübeck)/Schweriner Schloss/ Residenz Würzburg
15. Herkules (Kassel)

Foto: Thomas Kohler@Flickr CC-Lizenz