Landesamt für Denkmalpflege läßt Einbäume verrotten
Das Landesamt für Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern läßt einmalige Fundstücke verrotten. Die vor einigen Jahren in Stralsund gefundenen Einbäume galten als Sensationsfund innerhalb anerkannter Archäologenkreise. Die Funde sind etwa sechs- und siebentausend Jahre alt und stammen aus der Steinzeit. Da der Wert der Einbäume als sehr hoch eingeschätzt wurde, sollten fachgerechte Konservierungsmaßnahmen im Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin folgen. Durch Gefriertrocknung und dem Zufügen von Kunstharz können solche alten Holzgegenstände dauerhaft haltbare Sammlungsstücke gemacht werden.
Leider war nur der Plan durchdacht. Das Landesamt lagerte die Einbäume trocken. Wie erst jetzt bekannt wurde, kam genau das, was kommen mußte: die einstigen Sensationsfunde sind maximal noch als Holzmüll zu bezeichen. Aufgedeckt hat den unrühmlichen Fall ein vorbildliches Ansinnen: die Stadtvertreter von Stralsund wollten “ihre” Einbäume öffentlich zur Schau stellen und sie zu Besuchermagneten für die Hansestadt machen. Daß daraus nun nichts mehr wird, erregt viele Gemüter. Schließlich hat Stralsund seinen wertvollen Ruf als Weltkulturerbestadt nochmals aufwerten wollen. Zum einhunderfünfzigjährigen Jubiläum des Naturhistorischen Museums der Stadt sollten die Einbäume der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
